Leads nach PLZ & Radius verteilen: so geht's
Ein Handwerker in München will keine Anfragen aus Hamburg. Wer Leads verkauft, muss deshalb wissen, wie man Gebiete sauber zuschneidet. Diese Anleitung zeigt dir Schritt für Schritt, wie geografische Verteilung funktioniert.
Kurz erklärt
Geo-Verteilung bedeutet, dass jeder eingehende Lead anhand seines Standorts an den passenden Käufer geroutet wird. Die Zuordnung erfolgt über Postleitzahlen, einen Umkreis-Radius um einen Standort oder über Stadt- und Bundesland-Grenzen — und entscheidet darüber, ob ein Lead überhaupt zu einem Abnehmer passt.
Warum der Standort über die Qualität entscheidet
Ein Lead ist nur dann wertvoll, wenn der Käufer ihn auch bedienen kann. Ein Dachdecker mit 50 Kilometer Einzugsgebiet wird eine Anfrage aus dem 300 Kilometer entfernten Nachbarbundesland reklamieren — und das zu Recht. Falsch geroutete Leads kosten dich Geld, Vertrauen und am Ende ganze Kundenbeziehungen. Deshalb steht die saubere Gebietsdefinition am Anfang jeder funktionierenden Verteilung.
Geografisches Routing ist eine der gängigsten Filterregeln in der Lead-Distribution. Bevor irgendeine andere Logik greift — etwa wer als Nächstes dran ist oder wer am meisten zahlt — wird zuerst geprüft, welche Käufer für den Standort des Leads überhaupt infrage kommen. Erst aus diesem Pool wählt das System dann den Empfänger aus.
Drei Wege, ein Gebiet zu definieren
Es gibt nicht die eine richtige Methode. Welche du nutzt, hängt davon ab, wie deine Käufer denken und arbeiten. In der Praxis kombinierst du oft mehrere Ansätze.
1. Gebiete per Postleitzahl
Die granularste und kontrollierbarste Methode. Du weist jedem Käufer eine Liste von PLZ oder PLZ-Bereichen zu — zum Beispiel 80331 bis 81929 für das Münchner Stadtgebiet. Der große Vorteil: Es gibt keine Grauzonen. Ein Lead fällt entweder in eine zugewiesene PLZ oder nicht. Das macht Abrechnung und Reklamationen unstrittig.
So gehst du vor:
- Frag jeden Käufer nach seinem tatsächlichen Liefergebiet, nicht nach seinem Wunschgebiet.
- Lass dir die PLZ als Liste oder Bereich geben (80000–81999) statt als Städtenamen.
- Hinterlege ein- und zweistellige PLZ-Präfixe, wenn ein Käufer großflächig abdeckt — 8* für ganz Südbayern spart hunderte Einzeleinträge.
- Dokumentiere, welche PLZ welchem Käufer gehört, damit du Überschneidungen sofort siehst.
2. Umkreis-Radius um einen Standort
Hier definierst du einen Mittelpunkt — meist die Firmenadresse des Käufers — und einen Radius in Kilometern. Jeder Lead innerhalb dieses Kreises gilt als passend. Das ist intuitiv und entspricht der Art, wie Handwerker und Dienstleister selbst über ihr Einzugsgebiet denken: „Ich fahre bis 40 Kilometer raus.“
Technisch wird dafür die Distanz zwischen den Koordinaten des Lead-Standorts (per Geocoding aus PLZ oder Adresse ermittelt) und dem Mittelpunkt berechnet. Achte auf zwei Dinge: Erstens ist die Luftlinie nicht die Fahrstrecke — 40 Kilometer Radius können je nach Topografie 70 Fahrkilometer bedeuten. Zweitens erzeugen sich überlappende Radien automatisch Überschneidungen, die du auflösen musst (dazu gleich mehr).
3. Stadt oder Bundesland
Die gröbste Ebene. Praktisch für Käufer, die ganze Regionen abdecken, oder als grober Vorfilter. „Alle Leads aus Nordrhein-Westfalen“ ist schnell eingerichtet, aber wenig präzise — ein Lead aus Aachen und einer aus Bielefeld liegen über 200 Kilometer auseinander. Nutze diese Ebene eher für überregionale Anbieter oder als Fallback, nicht als Hauptregel für lokale Handwerksbetriebe.
Überschneidungen mehrerer Käufer auflösen
Sobald du mehr als einen Käufer pro Region hast, kommt es zu Überlappungen: Zwei oder mehr Abnehmer beanspruchen denselben Lead. Das ist kein Fehler, sondern der Normalfall — du brauchst nur eine klare Regel, wer den Zuschlag bekommt. Drei Modelle haben sich durchgesetzt.
- Priorität: Du legst eine feste Rangfolge fest. Käufer A bekommt jeden passenden Lead zuerst, Käufer B nur, wenn A ausgeschöpft oder nicht verfügbar ist. Einfach, aber unfair gegenüber den hinteren Plätzen — gut für Premium-Abnehmer mit Exklusivanspruch.
- Round-Robin: Die Leads werden reihum gleichmäßig auf alle passenden Käufer verteilt. Wer zuletzt einen Lead bekam, ist als Letzter wieder dran. Das sorgt für faire Auslastung. Wie das im Detail funktioniert, liest du im Round-Robin-Eintrag.
- Gebot: Der Käufer, der am meisten für den Lead zahlt, gewinnt. Bei exklusiven, hochwertigen Leads üblich und oft mit einem Ping-Post-Verfahren kombiniert, bei dem Käufer in Echtzeit auf anonymisierte Lead-Daten bieten, bevor sie die vollständigen Kontaktdaten erhalten.
In der Praxis mischst du die Modelle: erst Priorität für deine Top-Kunden, dann Round-Robin für den Rest des Pools. Wichtig ist nur, dass die Regel deterministisch ist — bei gleicher Ausgangslage muss immer derselbe Käufer gewinnen, sonst werden Reklamationen zur Glückssache.
Tageslimits und Kapazitätsgrenzen
Geografie allein reicht nicht. Ein Käufer mag für ganz München zuständig sein, aber nur zehn Anfragen pro Tag verarbeiten können. Ohne Limit überschwemmst du ihn, die Leads verstauben, und er bezahlt für Kontakte, die er nie anruft. Setze deshalb pro Käufer:
- Tageslimit — maximale Anzahl Leads pro Tag (z. B. 15).
- Wochen- oder Monatslimit für die Gesamtmenge.
- Zeitfenster — manche Käufer wollen Leads nur während ihrer Geschäftszeiten, weil frische Leads sofort kontaktiert werden sollten.
Ist das Limit eines Käufers erreicht, fällt er aus dem Pool und der Lead geht an den nächsten passenden Abnehmer. So bleibt die Verteilung in Bewegung, statt am Tageslimit zu blockieren.
Beispiel-Setup: Photovoltaik-Leads im Raum Stuttgart
Angenommen, du verteilst PV-Anfragen an drei Solarteure. Käufer A (Stuttgart-Mitte) bekommt PLZ 70000–70999 mit 12 Leads/Tag und höchster Priorität. Käufer B (Esslingen) deckt einen 30-km-Radius um seinen Standort ab, 8 Leads/Tag. Käufer C (großer Anbieter) übernimmt ganz Baden-Württemberg als Fallback, ohne Limit. Ein Lead aus PLZ 70174 geht zuerst an A. Hat A sein Tageslimit erreicht, prüft das System B: Liegt 70174 im 30-km-Radius? Ja → B bekommt ihn. Fällt B aus, landet der Lead bei C. Im überlappenden Gebiet zwischen A und B, wenn beide verfügbar und gleichrangig sind, entscheidet Round-Robin. Dies ist ein konstruiertes Beispiel zur Veranschaulichung der Logik.
Häufige Fehler bei der Gebietsdefinition
Die meisten Probleme entstehen nicht in der Software, sondern bei der Einrichtung. Diese Stolperfallen tauchen immer wieder auf:
- Lücken im PLZ-Netz: Wenn keine zugewiesene PLZ einen Lead abdeckt, fällt er durchs Raster — kein Käufer, kein Umsatz. Prüf regelmäßig, ob es „weiße Flecken“ in deinem Liefergebiet gibt.
- Doppelte Vergabe ohne Tie-Breaker: Zwei Käufer im selben Gebiet ohne klare Auflösungsregel führen zu zufälliger oder doppelter Zustellung. Definiere immer, wer bei Gleichstand gewinnt.
- Luftlinie mit Fahrstrecke verwechselt: Ein 50-km-Radius klingt großzügig, ist in einer Region mit Flüssen, Bergen oder schlechter Verkehrsanbindung aber oft zu groß. Frag Käufer nach ihrer realen Fahrzeit.
- Wunschgebiet statt Liefergebiet: Käufer geben gern großzügige Gebiete an, um mehr Leads zu bekommen, bedienen sie dann aber nicht — und reklamieren. Halte sie auf realistischen Zuschnitt.
- Veraltete Limits: Ein Käufer skaliert sein Team, das Tageslimit bleibt aber auf dem alten Stand. Überprüf Limits in regelmäßigen Abständen.
- Keine Fallback-Regel: Wenn alle passenden Käufer ihr Limit erreicht haben, brauchst du einen Auffang-Abnehmer oder eine Warteschlange, sonst verfällt der Lead ungenutzt.
Schritt für Schritt zum sauberen Setup
Wenn du ein neues Liefergebiet aufbaust, arbeite in dieser Reihenfolge:
- Erfasse für jeden Käufer das reale Einzugsgebiet — am besten als PLZ-Liste.
- Entscheide pro Region, welches Auflösungsmodell gilt: Priorität, Round-Robin oder Gebot.
- Setze realistische Tages- und Mengenlimits.
- Definiere einen Fallback für ausgeschöpfte oder ungültige Gebiete.
- Teste mit echten Beispiel-Adressen aus Rand- und Überlappungszonen, bevor du live gehst.
- Beobachte die ersten Tage Reklamationen und Lücken und justiere nach.
Eine moderne Lead-Distribution-Software wie Leadfy nimmt dir die Rechenarbeit ab: Sie geocodiert eingehende Leads, prüft die hinterlegten Gebiete und Limits und wendet die Auflösungsregel automatisch an. Dein Job bleibt die Gebietsstrategie — die Mechanik läuft im Hintergrund.
Häufige Fragen
Was ist genauer — PLZ oder Radius?
PLZ ist eindeutiger und besser für Abrechnung und Reklamationen, weil ein Lead klar drin oder draußen ist. Der Radius bildet das tatsächliche Fahrverhalten natürlicher ab. Viele kombinieren beides: PLZ als harte Grenze, Radius zur Feinjustierung.
Was passiert, wenn zwei Käufer dasselbe Gebiet abdecken?
Dann brauchst du eine Auflösungsregel. Üblich sind Priorität (fester Rang), Round-Robin (reihum) oder Gebot (höchster Preis gewinnt). Ohne klare Regel wird die Zuordnung zufällig und reklamationsanfällig.
Sollte ich ganze Bundesländer als Gebiet nutzen?
Nur für überregionale Anbieter oder als Fallback. Für lokale Handwerksbetriebe ist die Ebene zu grob, weil innerhalb eines Bundeslands hunderte Kilometer liegen können. Greif dort lieber zu PLZ oder Radius.
Wie verhindere ich, dass ein Käufer überlastet wird?
Setze Tages-, Wochen- oder Monatslimits pro Käufer und optional Zeitfenster. Ist das Limit erreicht, fällt der Käufer aus dem Pool und der Lead geht an den nächsten passenden Abnehmer.
Warum ist ein Lead bei keinem Käufer gelandet?
Meist liegt eine Lücke im Gebietsnetz vor — keine zugewiesene PLZ oder kein Radius deckt den Standort ab — oder alle passenden Käufer haben ihr Limit erreicht. Eine Fallback-Regel oder Warteschlange fängt solche Leads auf.
Spielt die Luftlinie oder die Fahrstrecke eine Rolle?
Radius-Berechnungen nutzen in der Regel die Luftlinie zwischen den Koordinaten. Da die reale Fahrstrecke länger ist, solltest du den Radius eher konservativ ansetzen und Käufer nach ihrer tatsächlichen Fahrzeit fragen.
Geo-Verteilung ohne Handarbeit
Sieh dir an, wie Leadfy Leads automatisch nach PLZ, Radius und Limit an die richtigen Käufer routet.